Ornithologische Gesellschaft Basel
Verbreitungskarten
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- Alpensegler - Martinet à ventre blanc - Apus melba 2003 - 2005
- Baumfalke - Faucon hobereau - Falco subbuteo 2000 - 2006
- Baumpieper - Pipit des arbres- Anthus trivialis - 2000-2006
- Blässhuhn, Blässralle - Foulque macroule - Fulica atra, sektoriell 2000-2004
- Braunkehlchen - Tarier des prés - Saxicola rubetra 2000 - 2006
- Dohle - Choucas des tours - Corvus monedula, 2000-2006
- Dorngrasmücke - Fauvette grisette - Sylvia communis 2000-2006
- Flussregenpfeifer - Petit Gravelot - Charadrius dubius 2000 - 2005
- Gänsesäger - Harle bièvre - Mergus merganser 1992 - 2006
- Grauammer - Bruant proyer - Miliaria calandra - 2004 - 2005
- Graureiher - Héron cendré - Ardea cinerea 2004-2005
- Haubentaucher - Grèbe huppé - Podiceps cristatus 1999-2004
- Höckerschwan - Cygne tuberculé - Cygnus olor, sektoriell 2000-2006
- Kiebitz - Vanneau huppé - Vanellus vanellus 2003 - 2006
- Kolbenente - Nette rousse - Netta rufina 2000 - 2006
- Mittelspecht - Pic mar - Dendrocopos medius, 2000-2006
- Nilgans - Ouette d'Égypte - Alopochen aegyptiacus 2003 - 2006
- Orpheusspötter - Hypolais polyglotte - Hippolais polyglotta 2000-2006
- Reiherente - Fuligule morillon - Aythya fuligula 2000-2005
- Saatkrähe - Corbeau freux - Corvus frugilegus 2005
- Schwarzkehlchen - Tarier patre - Saxicola torquata 2000-2006
- Sumpfrohrsänger - Rousserolle verderolle -Acrocephalus palustris 1992-2006
- Teichhuhn, Teichralle - Gallinule poule-d'eau - Gallinula chloropus, sektoriell 1999-2004
- Teichrohrsänger - Rousserolle effarvatte - Acrocephalus scirpaceus 1995-2006
- Turteltaube - Tourterelle des bois - Streptopelia turtur 1999-2006
- Uferschwalbe - Hirondelle de rivage - Riparia riparia 2003 - 2006
- Wasserralle - Râle d'eau - Rallus aquaticus 2000-2006
- Weidenmeise, Mönchsmeise - Mésange boréale - Parus montanus 2000-2006
- Weissstorch - Cigogne blanche - Ciconia ciconia 2004-2005
- Wiesenpieper - Pipit farlouse - Anthus pratensis 2001 - 2006
- Zaunammer - Bruant zizi - Emberiza cirlus, 2000-2006
- Zwergtaucher - Grèbe castagneux - Tachybaptus ruficollis 1999-2006
Zeichenerklärung
- Gefüllter Kreis: Brut sicher
- Hohler Kreis: Brut wahrscheinlich
- Gefülltes Dreieck: Beobachtungen der Kategorie "Brut möglich" während mehrerer Jahre der Periode
- Hohles Dreieck: Brut möglich
- Polygon: Kontrolliertes Gebiet
Légende
- Cercle fourré: nidification certaine
- Cercle creux: nidification probable
- Triangle fourré: observations de la catégorie "nidification possible" pendant plusieurs années de la période
- Triangle creux: nidification possible
- Polygone: périmètre prospecté
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Die Naturräume der Region. Karte und Erläuterungen im html und pdf - Format.
Alpensegler - Martinet à ventre blanc - Apus melba 2003 - 2005
Literatur: Blattner, M. & Kestenholz, M. 1999: Die Brutvögel beider
Basel. Mitt. Naturforsch. Ges. beider Basel. Vol. 4 // Aye, R. &
Fischer, L. 2003: Jber. Orn. Ges. Basel 133: 28-29//Blattner, M. 2005:
Jber. Orn. Ges. Basel 135: 7-8 // Daske, D. 2006: Le Martinet à ventre
blanc en Alsace en 2005. Le Cigogneau 100: 6
last update 04/08/2006
Baumfalke - Faucon hobereau - Falco subbuteo 2000 - 2006
Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1430
Quadratkilometer. Im für Brutnachweise entscheidenden Hoch- und
Spätsommer bricht die feldornithologische Aktivität allerdings ein und
beschränkt sich weitgehend auf die wenigen Plätze mit durchziehenden
Limikolen. Das dann noch begangene Gebiet macht nur einen Bruchteil
des eingetragenen Polygons aus. Die Art brütet bestimmt noch an mehr
als den auf der Karte eingetragenen Plätzen. Der Baumfalke ist im
ganzen Gebiet in geringer Dichte verbreitet und relativ gleichmässig
verteilt.
Quellen: Archiv und Jahresberichte der Ornithologischen Gesellschaft Basel
last update 03/08/2006
Baumpieper - Pipit des arbres- Anthus trivialis - 2000-2006
Den ausführlichen Kommentar zu dieser Art können Sie als PDF-File herunterladen.
Blässhuhn, Blässralle - Foulque macroule - Fulica atra, sektoriell 2000-2004
Den ausführlichen Kommentar zu dieser Art können Sie als PDF-File herunterladen.
Braunkehlchen - Tarier des prés - Saxicola rubetra 2000 - 2006
Das Braunkehlchen, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch ein Charaktervogel der Mähwiesen, ist heute einer der seltensten Brutvögel der Region "metrobasel". Es gibt hier aktuell vielleicht noch ein halbes Dutzend Brutplätze. Bei der Einschätzung des Brutstatus von Beobachtungen, auch von Paaren, ist grosse Vorsicht geboten, denn die Art zieht in unserer Region sehr lang durch. Offensichtliche Durchzügler treten bis Ende Mai regelmässig auf. Sogar aus den ersten Junitagen gibt es diverse Beobachtungen, von denen die Beobachter selber schreiben, dass es sich um Zug handeln muss, da die Art vorher oder nachher an diesem Ort nicht mehr vorhanden ist, beispielsweise am 4.6.2002 in Bubendorf BL. Auch der Sänger auf der Schafmatt in Oltingen BL am 3.6.2000 dürfte in diese Kategorie fallen. Die erfolgreiche Brut in der Ziegelei Oberwil BL im Jahr 2000 scheint ein Einzelfall geblieben sein. In der Kiesgrube von Bartenheim-68 hat die Art 2005 mit Sicherheit gebrütet (Fütterung von juv.), und auch 2006 war ein Paar regelmässig anwesend.
In den Vogesen scheint es nach den Meldungen in der newsgroup "obsalsace" noch ein einige Brutpaare zu geben. Die Verhältnisse im Südschwarzwald habe ich noch nicht recherchiert.
Das Braunkehlchen ist in den tieferen und mittleren Lagen fast überall durch die früheren und häufigeren Grasschnitte ausgerottet worden. Sogar in den Alpen musste es an den meisten Orten der intensivierten Graswirtschaft weichen. Relativ hohe Dichten finden sich noch im Unterengadin, im Oberwallis und im Nordtessin. In den Alpen besiedelt die Art in stellenweise hoher Dichte auch die Übergangszonen von "vergandenden" Alpweiden und Zwergsträuchern sowie den Zwergstrauchgürtel selbst, beispielsweise im Simplongebiet.
last update 29/07/2006
Dohle - Choucas des tours - Corvus monedula, 2000-2006
Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1820 Quadratkilometer.
Quellen - sources: Thierry Spenlehauer, Biederthal (briefl.). Erhard Gabler, Lörrach (pers. Mitt.). Pia Ste-Schmidlin, Wahlen (pers. Mitt.). Archiv Ornithologische Gesellschaft Basel. Archiv M. Blattner.
Last update 26/07/2006
Dorngrasmücke - Fauvette grisette - Sylvia communis 2000-2006
Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1800 Quadratkilometer. Die Art scheint neuerdings einzelne Gebiete zurückzuerobern, die viele Jahre verwaist geblieben waren. Sie besiedelt aber heute nicht mehr ihren früheren Lebensraum, nämlich Landwirtschaftsgebiet, sondern nur noch dessen Randzonen. Die aktuellen Habitate liegen fast immer ausserhalb des normal bewirtschafteten Landwirtschaftsgebiets, beispielsweise in Kiesgruben, in der Übergangszone von Rebbergen zu Kleingärten, an Bahndämmen oder in Frankreich in der Buschvegetation entlang von Entwässerungsgräben. Im Schweizer Landwirtschaftsgebiet sind es künstlich angelegte Brachstreifen. Die Dorngrasmücke ist aktuell, im Gegensatz zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nur in den tiefstgelegenen und wärmsten Teilen der Region zu finden, konkret in der Oberrheinebene, im Hochrheintal, am Rand des Markgräfler Hügellandes, im Sundgau und sporadisch im untersten Birstal. Es ist davon auszugehen, dass sie im Sundgau auch ausserhalb des kontrollierten Gebiets noch weit verbreitet ist, wenn auch zerstreut und in geringer Dichte.
Quellen: Archiv Ornithologische Gesellschaft Basel. Archiv M. Blattner. R. Lüthi (pers. Mitt.).
last update 26/07/2006
Flussregenpfeifer - Petit Gravelot - Charadrius dubius 2000 - 2005
Das begangene Gebiet (gelbes Rechteck) umfasst rund 1135 Quadratkilometer. Das potentielle natürliche Brutgebiet (blaues Polygon) dagegen ist nur rund 285 Quadrakilometer gross. Es beschränkt sich auf Flussauen mit Kiesuntergrund. Die ursprünglichen Brutbiotope des Flussregenpfeifers waren Kiesbänke an frei fliessenden Gewässern. Da solche in Mitteleuropa wegen der Gewässerkorrektionen praktisch nicht mehr existieren, brütet der Flussregenpfeifer heute zu fast 100% in künstlichen Ersatzbiotopen, in der Regel in Kiesgruben. Von den 14 auf der Karte verzeichneten Plätzen mit dem Brutstatus "Brut sicher" oder "Brut wahrscheinlich" sind denn auch 8 (60 Prozent) Kiesgruben oder ehemalige Kiesgruben. Dieser Biotoptyp liefert die Brutstellen mit der längsten Existenzdauer. 3 Brutplätze (Huningue Palmrainbrücke, Birsfelder Hafen, Pratteln IKEA) sind künstliche Kiesplätze in Industrie- oder Gewerbegebieten. Solche Biotope sind oft kurzlebig. 1 Brutplatz (St-Louis-la-Chaussée, Morgenweide) ist ein selten benutzter (Glutz von Blotzheim, Bauer & Bezzel 1975) natürlicher Brutbiotop, nämlich ein steiniger Acker. Die andern zwei Stellen mit Brutverdacht in der Petite Camargue Alsacienne betreffen durch Ausbaggerung vorübergehend entstandene Kies- und Schlickflächen. Es fällt auf, dass alle Vorkommen innerhalb des potentiellen natürlichen Brutgebiets, also in den Flussauen liegen. Das muss nicht notwendigerweise so sein. Der Flussregenpfeifer könnte auch auf grossen, bekiesten Flachdächern oder auf andern künstlichen Kiesplätzen ausserhalb der Flussauen brüten.
Quellen: Archiv und Jahresberichte der Ornithologischen Gesellschaft Basel. Literatur: Glutz von Blotzheim, U. N., Bauer, K. M. & Bezzel, E. 1975: Handbuch der Vögel Mitteleuropas. Bd. 5. Wiesbaden.
last update 27/07/2006
Gänsesäger - Harle bièvre - Mergus merganser 1992 - 2006
Bereits 1992 hatte W. Gantenbein sel. eine auffällige Zunahme der Überwinterer auf der Birs vermerkt. Mindestens seit 1992 existiert auch ein ausserbrutzeitlicher Schlafplatz im Naturschutzgebiet Altrhein Wyhlen LÖ. Der erste Brutnachweis an der Birs bei Dornach SO gelang 1993. Die Art brütet seither regelmässig an diesem Gewässer im Raum Dornach SO - Arlesheim BL - Aesch BL, mit nur kurzen Unterbrüchen. Der genaue Brutplatz wurde übrigens nie entdeckt. 1995 gab es mit Sicherheit eine Brut (kleine pulli) am Rhein im Raum Pratteln - Schweizerhalle BL, die aber ein Einzelfall geblieben ist. Führende Weibchen mit kleinen pulli sind nicht immer leicht zu finden und verschieben sich natürlich auch auf ihren Gewässern. So ist etwa nicht ganz klar, ob das führende Weibchen in Grellingen BL im Jahr 2003 mit 0,8 grossen juv. vom erwähnten Brutort im Raum Dornach/Arlesheim die Birs bis nach Grellingen hinaufgeschwommen ist oder von einer separaten Brut an einem andern Ort stammt. In den Jahren 2003 (Schneider & Hoffmann 2003) und 2006 gab es Bruten in Nistkästen am Restrhein/Altrhein bei Bad Bellingen LÖ. Ob das Weibchen mit kleinen pulli am 16.5.2006 in Büsserach SO am Bach Lüssele (E. Christ via J. Borer) und dasjenige am 9.6.2006 bei Zwingen BL an der Birs (R. Lüthi, pers. Mitt.) identisch sind, oder ob es sich um zwei verschiedene Bruten handelt, ist nicht klar. Die Lüssele mündet bei Zwingen in die Birs; das Weibchen von Büsserach könnte also mit den Jungen die Lüssele hinunter in die Birs geschwommen sein.
Quellen: Archiv Ornithologische Gesellschaft
Basel. "obsalsace". J. Borer (briefl.). R. Lüthi (pers. Mitt.)
Literatur: Schneider, F. & Hoffmann, D. 2003: Der Restrhein zwischen
Breisach und Märkt, ein neues Brutgebiet des Gänsesägers (Mergus
merganser) in Baden-Württemberg. Naturschutz am südlichen Oberrhein 4:
37-40
last update 23/10/2006
Grauammer - Bruant proyer - Miliaria calandra - 2004 - 2005
Nur Fundorte mit Mehrfachbeobachtungen. Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1540 Quadratkilometer. 2005 wurden keine wesentlichen Veränderungen in der Verbreitung festgestellt.
Quellen: Archiv und Jahresberichte der Ornithologischen Gesellschaft Basel. Archiv M. Blattner.
last update 06/08/2006
Graureiher - Héron cendré - Ardea cinerea 2004-2005
Das begangene Gebiet umfasst rund 1700 Quadratkilometer. Die traditionellen, grossen Brutkolonien des Graureihers sind relativ ortsstabil. Kleine Kolonien dagegen unterliegen einer starken Dynamik und können sich von Jahr zu Jahr verschieben (zum Beispiel Spenlehauer, zit. in Blattner & Oesterhelt 2005). Die Karte ist wahrscheinlich unvollständig, da Einzelnester und Kleinstkolonien der Beobachtung entgehen können. Die gesamtschweizerische Situation bis 2003 stellen Schmid et al. (2004) dar.
Quellen: Archiv Ornithologische Gesellschaft Basel.
Literatur: Blattner, M. & Oesterhelt, G. 2005: Die regionale Avifauna. Jber. Orn. Ges. Basel 135: 4-53. // Schmid, H., Volet, B. & Thoma, M. 2004: Situation actuelle du Héron cendré Ardea cinerea en Suisse et évolution des effectifs depuis 1980. Nos Oiseaux 51: 85-93
last update 27/07/2006
Haubentaucher - Grèbe huppé - Podiceps cristatus 1999-2004
Die Brutplätze liegen mehrheitlich in mittelgrossen, grundwassergespiesenen Kiesgrubenweihern. Ein weiterer Teil liegt in langsam fliessenden Oberwassern von Staustufen des Hochrheins. Nur zwei Brutplätze liegen am Restrhein/Altrhein, der zwar eine einigermassen natürliche Fliessgeschwindigkeit aufweist, aber in der Brutsaison nur eine relativ geringe Abflussmenge. Der Hauptteil des Wassers wird ja durch den schiffbaren Grand Canal d'Alsace/ Rheinseitenkanal geleitet. Der Haubentaucher hat in der Beobachtungsperiode einzelne Brutplätze neu besiedelt, so den Birsfelder Stau und den badischen Restrhein. Von zwei andern Brutplätzen liegen Brutnachweise letztmals aus dem Jahr 1999 vor (Kiesgrube Ritty in Blotzheim und die ehemalige Kiesgrube südlich der gare de fret am Euroairport). Das kontrollierte Gebiet umfasst ca. 165 Quadratkilometer. Ausserhalb des dargestellten Polygons sind weitere Brutplätze im Hoch- und Oberrheintal sowie im westlichen Sundgau (dort an grossen Fischteichen) zu erwarten.
Quellen - sources: Archiv Ornithologische Gesellschaft Basel
last update 14/02/2005
Höckerschwan - Cygne tuberculé - Cygnus olor, sektoriell 2000-2006
Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1670 Quadratkilometer. Die Karte enthält höchstwahrscheinlich Lücken, weil die FeldbeobachterInnen dem Höckerschwan wegen seines "nur halbwilden" Status erfahrungsgemäss nicht immer genügend Beachtung schenken. Zudem werden einzelne potentielle Brutplätze wie z.B. private Fischteiche kaum besucht. Für ergänzende Meldungen sind sehr dankbar.
Quellen: Archiv Ornithologische Gesellschaft Basel.
last update 03/08/2006
Kiebitz - Vanneau huppé - Vanellus vanellus 2003 - 2006
Der Kiebitz besetzt in der Region "metrobasel" nur noch einen einzigen Brutplatz. Er liegt im Naturschutzgebiet Petite Camargue Alsacienne (PCA) auf Äckern in der "Mittleren Au". In der PCA sind zwar oft mehrere Paare anwesend, aber Brutnachweise gibt es immer nur von einem einzigen Paar. Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1580 Quadratkilometer.
Quellen: Jahresberichte der Ornithologischen Gesellschaft Basel. N. Minéry am 15.5.2006 in "obsalsace".
last update 30/08/2006
Kolbenente - Nette rousse - Netta rufina 2000 - 2006
Die Art wird, da die Erpel attraktiv sind, in der Region ganzjährig im Zoo Basel und im Tierpark Lange Erlen in Basel gehalten. Freifliegende Kolbenenten wurden zur Brutzeit schon an verschiedenen Orten der Region beobachtet, unter anderem in der Petite Camargue Alsacienne. Im Jahr 2000 gelang erstmals der Nachweis einer Freibrut im Park "Grün 80" in Münchenstein BL. In diesem Park kommen diverse Wildvögel neben eingesetztem Ziergeflügel vor und werden von den Besuchern gefüttert. Es ist nicht sicher und auch schwierig zu entscheiden, ob es sich bei dieser ersten Brut in der Region um zugeflogene, echte Wildvögel oder um freifliegendes Ziergeflügel gehandelt hat. Persönlich neige ich letzterer Variante zu. Aber es ist bekannt, dass auch wilde Kolbenenten sehr zutraulich werden können, wenn sie regelmässig gefüttert werden. Seit 2000 brüten Kolbenenten alljährlich in der "Grün 80". Auffällig ist, dass auch der nächste Ausbreitungsschritt, die Brut irgendwo im Gebiet der "plage" von Huningue-68 im Jahr 2004, an einem Ort mit starkem Hemerobiegrad stattfand. Auch an dieser "plage" am Rhein werden wilde Wasservögel regelmässig vom Publikum gefüttert. Im Jahr 2006 kamen zwei weitere Brutplätze dazu. Kolbenenten legen ihre Eier auch in Nester anderer Entenarten. Deshalb kann man Kolbenenten-Pulli gelegentlich unter der Führung und zwischen den Küken anderer Entenweibchen finden. Darauf sollte man achten. Beispielsweise führte in der "Grün 80" im Jahr 2005 eine Reiherente neben ihren eigenen auch Kolbenenten-Pulli. Die Identifikation der quirligen kleinen Entchen erfordert allerdings sehr gute Beobachtungsbedingungen und grosse Sorgfalt. Detaillierte Abbildungen diverser Entenküken finden sich in Fjeldsa (1977). Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1600 Quadratkilometer.
Quellen: Jahresberichte der Ornithologischen Gesellschaft Basel. "orninews". R. Lüthi (pers. Mitt.).
Literatur: Fjeldsa, J. 1977: Guide to the Young of European Precocial Birds. Skarv Nature Publications, Tisvildeleje.
last update 30/07/2006
Mittelspecht - Pic mar - Dendrocopos medius, 2000-2006
Gelbe Signaturen: 15. März bis 20. Juni (Brutzeit, Art in den Brutbiotopen)
Blaue Signaturen: 21. Juni bis 14. März (Art kann innerhalb und ausserhalb der Brutbiotope angetroffen werden, siehe unten)
Lila Punkte: 21.Juni bis 14.März und wahrscheinlich mehr als 2 Kilometer Distanz zu den Bruthabitaten
Den ausführlichen Kommentar zu dieser Art können Sie als PDF-File herunterladen.
Nilgans - Ouette d'Égypte - Alopochen aegyptiacus 2003 - 2006
Bei den hiesigen Neubürgern handelt es sich ursprünglich eindeutig um Gefangenschaftsflüchtlinge bzw. um "halbwilde" Tiere. Die Art breitet sich seit 1967 in Kontinentaleuropa von den Niederlanden her nach Süden aus (Lensink 1998) und hat sich im deutschen Rheinland verschiedenenorts angesiedelt. Kommentar zur Ansiedlung in der Basler Region in Blattner & Oesterhelt (2005, S. 16-17). Als Ziergeflügel sind Nilgänse in privaten Tierhaltungen weniger beliebt als andere Arten, da sie sehr aggressiv gegenüber tierischen Mitbewohnern sind. Am 23.4.2005 besichtigten 2 Ind. das Dach der Matra-Fabrik in Hofstetten-Flüh SO. Das zeigt, wie weit die Tiere in der Region umherstreifen, vermutlich auf der Suche nach neuen Brutplätzen. Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1600 Quadratkilometer.
Quellen: Th. Bischof, B. Steck, Zoo Basel (briefl.). "orninews" .
Literatur: Blattner, M. & Oesterhelt, G. 2005: Die regionale
Avifauna 2005. Jber. Orn. Ges. Basel 135: 4-53. // Lensink, R. 1998:
Temporal and spatial expansion of the Egyptian goose Alopochen
aegytiacus in The Netherlands 1967-94. J. Biogeography 25: 251-263.
last update 28/07/2006
Orpheusspötter - Hypolais polyglotte - Hippolais polyglotta 2000-2006
Die Oberrheinebene nördlich von Basel auf elsässischer und badischer Seite ist gut besetzt. Im Hochrheintal zwischen Basel und Rheinfelden dagegen wurden bislang keine Orpheusspötter festgestellt. (Letzte systematische Kontrolle der dortigen Kiesgruben 2004 durch M. Blattner.) Brutnachweise gibt es regelmässig im untersten Wiesental in der Kiesgrube von Weil a. Rh. LÖ. Bisher einmal brütete der Orpheusspötter auf unmittelbar benachbartem Schweizer Territorium in Riehen BS. 2003 hat er in der Stadt Basel gebrütet.
Es fällt auf, dass der Orpheusspötter in der Region bislang nur kiesige Böden der Flussauen (Alluvionen) besiedelt. Ob dabei deren besonders gute Drainage eine Rolle spielt, ist unklar. Die Art bewohnt ja in der Region nicht ausschliesslich Kiesgruben, die naturgemäss in Alluvionen liegen, sondern vereinzelt auch Bahn- und Verkehrsflächen mit Pionier- und Ruderalvegetation sowie die Störungsvegetation an der Dammböschung des Canal de Huningue (Blattner in Blattner & Veszeli 2003: 20-21). Gebiete, in denen die Art nächstens auftauchen könnte, sind mit Fragezeichen markiert. Namentlich zu erwähnen sind das Hochrheintal, wo in erster Linie in Kiesgruben zu suchen wäre, sowie das Delsberger Becken, wo neben Kiesgruben auch grössere Kiesaufschüttungen in Frage kämen, die beim Bau der Autobahn "Transjurane" entstanden sind. Das in der Brutperiode begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst ca. 1500 Quadratkilometer. Brutnachweise gelingen am leichtesten im Hochsommer; dann verhalten sich die frisch ausgeflogenen juv. und ihre Eltern auffällig und sind relativ leicht zu beobachten. Vorsicht vor Verwechslungen mit dem Sumpfrohrsänger!
Quellen: Archiv und Jahresberichte der Ornithologischen Gesellschaft Basel
Literatur: Blattner, M. & Veszeli, M. 2003: Die regionale Avifauna 2003. Jber. Orn. Ges. Basel 133: 8-46
last update 17/08/2006
Reiherente - Fuligule morillon - Aythya fuligula 2000-2005
Die Reiherente hat sich in der Region fest installiert, und die Zahl der Brutplätze nimmt weiter zu. Über die grossen Flusstäler hinaus hat sie sich aber noch nicht ausgebreitet, obwohl sie prinzipiell dazu in der Lage wäre. Sie besiedelt zwar in der Schweiz, wie überhaupt in Europa, vorwiegend die Niederungen, brütet aber regelmässig auch auf hochgelegenen Bergseen der Alpen (Schmid et al. 1998). Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1580 Quadratkilometer.
Quellen: Archiv und Jahresberichte der Ornithologischen Gesellschaft Basel
Literatur: Schmid, H. et al. 1998: Schweizer
Brutvogelatlas. Verbreitung der Brutvögel in der Schweiz und im
Fürstentum Liechtenstein 1993-1996. Sempach.
last update 28/08/2006
Saatkrähe - Corbeau freux - Corvus frugilegus 2005
Der gesamte Brutbestand in der Trinationalen Agglomeration Basel hat im Jahr 2005 1000 Brutpaare erreicht. Die genaue Lage der einzelnen Kolonien, ihr Bestand und ihre Entwicklung sind im Jahresbericht 135 (2005) der Ornithologischen Gesellschaft Basel, S. 21-23, zusammengestellt. Er ist auf dieser Website einzusehen. Das begangene Gebiet umfasst rund 1570 Quadratkilometer.
Quelle: Jahresbericht Ornithologische Gesellschaft Basel 135 (2005): 21-23
last update 30/08/2006
Schwarzkehlchen - Tarier patre - Saxicola torquata 2000-2006
Den ausführlichen Kommentar zu dieser Art können Sie als PDF-File herunterladen.
Sumpfrohrsänger - Rousserolle verderolle -Acrocephalus palustris 1992-2006
Der Sumpfrohrsänger fehlte anscheinend in den 1960er Jahren in der Umgebung von Basel (Géroudet in Glutz von Blotzheim 1962). 1970 wurden erste Vorkommen entdeckt (Blattner 1971). Wie die Karte zeigt, hat der Sumpfrohrsänger in den seither vergangenen 35 Jahren weite Teile der Region und fast alle Naturräume besiedelt (Oberrheinebene, Hochrheintal, Wiesental, Birstal, Markgräfler Hügelland, Dinkelberg, Sundgauer Löss-Hügelland, Tafeljura). Im Kettenjura ist der Sumpfrohrsänger jedoch fast ausschliesslich auf die Beckenlandschaften beschränkt (Laufner Becken, Delsberger Becken).
Im Sundgau ist der Sumpfrohrsänger wahrscheinlich weit verbreitet und die Karte für dieses Gebiet sehr unvollständig. Die Prospektion war dort bislang ungenügend. Die Fundorte ausserhalb des blauen Polygons (ca. 1560 Quadratkilometer) sind nur pro memoria eingezeichnet.
Quellen: Archiv Ornithologische Gesellschaft Basel. Ornithologisches
Inventar beider Basel 1992-1995 (Biber et al. 1996). Archiv
Schweizerische Vogelwarte Sempach (Daten bis Oktober 2004; mit
freundlicher Genehmigung).
Literatur: Biber, J.-P. et al. 1996: Ornithologisches Inventar beider
Basel 1992-1995. Liestal. Blattner, M. 1971: Sumpfrohrsängerbruten in
der Umgebung Basels. Orn. Beob. 68: 225 Glutz von Blotzheim,
U. N. 1962: Die Brutvögel der Schweiz. Aarau.
last update 29/08/2006
Teichhuhn, Teichralle - Gallinule poule-d'eau - Gallinula chloropus, sektoriell 1999-2004
Kommentar: Das Teichhuhn teilt sein feldornithologische Schicksal mit Blässhuhn und Teichrohrsänger: Es gilt als allbekannt und "hundskommun"; deshalb wird es gerade aus seinen Hauptvorkommensgebieten, in denen man es zwingend erwartet, nur selten gemeldet. Zudem besiedelt es Parks und Fischteiche, die selten von Feldbeobachterinnen und -beobachtern aufgesucht werden. Die Karte ist deshalb selbst innerhalb des Gebiets mit genügender Kontrolldichte (blaues Polygon, ca. 520 Quadratkilometer) lückenhaft. Das Teichhuhn stellt keine grossen Ansprüche an seinen Biotop und besiedelt fast alle Arten von stehenden und langsam fliessenden Gewässern, auch sehr kleine (Glutz von Blotzheim, Bauer & Bezzel 1973). Es brütet aber in der Region an einzelnen, sehr gut kontrollierten Orten entgegen den Erwartungen nicht, beispielsweise im Reservat "Entenweiher" der OGB in Riehen BS, Lange Erlen (Preiswerk 1999-2003). Es gibt also auch reale Lücken, und gerade sie werfen interessante Fragen auf.
Das Teichhuhn hat von der Schaffung künstlicher Feuchtbiotope profitiert und sich unter anderem deshalb in der Region ausgebreitet (Blattner & Kestenholz 1999). Mit Fragezeichen sind auf der Karte ein paar Orte markiert, an denen das Teichhuhn entweder nachweislich in früheren Jahren gebrütet hat, oder an denen Bruten unbedingt zu erwarten sind (z.B. Reservat Herzogenmatt, Binningen; Zoo Basel). Ziffern neben den Punkten geben die Anzahl Brutpaare an. Brutnachweise des Teichhuhns sind relativ leicht zu erbringen, wenn auch nicht ganz so leicht wie beim Blässhuhn, da das Teichhuhn sich mit seinen Jungen öfter in deckungsreicher Vegetation aufhält.
Quellen: Archiv und Jahresberichte der Ornithologischen Gesellschaft Basel
Literatur: Blattner, M. & Kestenholz, M. 1999: Die Brutvögel beider
Basel. Mitt. Naturforsch. Ges. beider Basel, Vol. 4. Liestal. // Glutz
von Blotzheim, U. N., Bauer; K. M. & Bezzel, E. 1973: Handbuch der
Vögel Mitteleuropas, Bd. 5. Frankfurt a. M. // Preiswerk,
G. 1999-2003: Bericht über das Reservat
Grendelmatte. Jber. Orn. Ges. Basel 129-133.
last update 06/03/2005
Teichrohrsänger - Rousserolle effarvatte - Acrocephalus scirpaceus 1995-2006
Der Teichrohrsänger ist ein aufschlussreiches Beispiel für die Wahrnehmungspsychologie der Melderinnen und Melder. Aus der Petite Camargue Alsacienne, die Dutzende von Revieren beherbergt, liegen im Archiv der Ornithologischen Gesellschaft Basel für die Beobachtungsperiode nur wenige Meldungen. Bekanntermassen wird das Gebiet aber von Ornithologen stark besucht. Generell scheint der Teichrohrsänger bei ihnen als "kommune" Art zu gelten, der nicht besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Folgende Gründe sind für dieses Phänomen denkbar: 1. Die Biotopansprüche der Art sind auch für Anfängerinnen und Anfänger leicht erkennbar und werden durch die eigene Beobachtung immer bestätigt: Wo zwei Aren Schilf stehen, kann mit dem Teichrohrsänge gerechnet werden. 2. Offenbar lässt die Aufmerksamkeit für eine Art schnell nach, wenn sie an einem bestimmten Ort zwingend erwartet und dann auch erwartungsgemäss regelmässig angetroffen wird.
Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1600 Quadratkilometer. Einige Vorkommen könnten übersehen worden sein, da wahrscheinlich nicht alle kleinen Schilfflächen erkundet worden sind. Der Teichrohrsänger scheint in der Region nicht über die 500 m-Höhenlinie zu steigen, wie er überhaupt in Mitteleuropa die höheren Lagen der Mittelgebirge nicht erreicht (Schulze-Hagen in Glutz von Blotzheim & Bauer 1991). Einzelne höher gelegene Weiher wie "Weihermatten" in Winkel-68 sowie der Etang de Lucelle JU wären trotzdem zu überprüfen. Ein paar Örtlichkeiten, die für eine Nachsuche in Frage kommen, sind mit einem Fragezeichen markiert. Die Art hat zunächst unter der systematischen Zerstörung der Feuchtbiotope gelitten, später aber von der Schaffung künstlicher Biotope profitiert (Blattner & Kestenholz 1999). Im Schweizer Tafeljura und auf dem Dinkelberg kommt sie nur an solchen künstlichen Biotopen vor. In beiden genannten Gebieten existieren wegen der Drainageverhältnisse des Karstuntergrundes naturgemäss kaum natürliche Brutplätze. Es ist davon auszugehen, dass der Teichrohrsänger in der Region ausschliesslich Schilfröhricht bewohnt. Wichtig ist für ihn dabei eine hohe Halmdichte (Schulze-Hagen in Glutz von Blotzheim & Bauer 1991). Offene Fragen: Gibt es in der Region Brutbiotope ohne Schilf (Phragmites australis)?
Quellen: Archiv und Jahresberichte der Ornithologischen Gesellschaft Basel
Literatur: Blattner, M. & Kestenholz, M. 1999: Die Brutvögel beider
Basel. Mitt. Naturforsch. Ges. beider Basel Vol. 4. Liestal. Glutz
von Blotzheim, U. N. & Bauer, K. M. 1991: Handbuch der Vögel
Mitteleuropas. Bd. 12/I. Wiesbaden.
last update 30/08/2006
Turteltaube - Tourterelle des bois - Streptopelia turtur 1999-2006
Den ausführlichen Kommentar zu dieser Art können Sie als PDF-File herunterladen.
Uferschwalbe - Hirondelle de rivage - Riparia riparia 2003 - 2006
Das kontrollierte Gebiet umfasst ca. 250 Quadratkilometer. Ausserhalb davon sind mangels Brutstellen keine Uferschwalben zu erwarten. Das Verbreitungsbild ist in Blattner (2003) kommentiert.
Literatur: Blattner, M. 2003: Die Brutplätze der Uferschwalbe Riparia
riparia im Rheintal von Rheinfelden bis Kembs/Kleinkems im
Jahr 2003. Jber. Orn. Ges. Basel 133: 47-49
Quellen: J. Hüttl, Ergänzung 2006, in "OrnisSW@yahoogroups.de"
last update 27/06/2006
Wasserralle - Râle d'eau - Rallus aquaticus 2000-2006
Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1650 Quadratkilometer. Wasserrallen scheinen in unserer Region ausschliesslich in Gebieten mit Schilfröhricht vorzukommen. Die Art benötigt zum Brüten davon zwar nur sehr kleine Flächen (200-300 Quadratmeter), aber solche mit sehr niedrigem Wasserstand (Glutz von Blotzheim, Bauer & Bezzel 1973). Das bekannteste traditionelle Brutgebiet ist die Petite Camargue Alsacienne-68. Dort leben bestimmt mehrere Brutpaare. (Über das Vorgehen bei der Erfassung der Revierzahl orientieren Südbeck et al. 2005.) Seit 2002 brütet die Art nachgewiesenermassen regelmässig auch im Naturschutzgebiet Altrhein Wyhlen LÖ. In der Region existieren aber noch mehr Schilfflächen ausreichender Grösse ( ob auch mit der passenden Wassertiefe?), und vermutlich gibt es mehr Brutplätze als auf der Karte verzeichnet. Die geringe Anzahl nachgewiesener Brutplätze dürfte auf folgende Umstände zurückzuführen sein: Die Anwesenheit der Wasserralle ist wegen ihrer Ruffreudigkeit relativ leicht nachzuweisen. Brutnachweise dagegen sind wegen ihrer versteckten Lebensweise nur schwer zu erbringen bzw. nur in Gebieten mit sehr regelmässiger Beobachterpräsenz. Diese ist in der Petite Camargue Alsacienne und im NSG Altrhein Wyhlen gegeben, nicht aber in anderen potentiellen Brutbiotopen. Weiter könnte eine Rolle spielen, dass, wie erwähnt, etliche künstliche "Biotope" mit der nötigen Schilffläche möglicherweise einen zu hohen Wasserstand für die Art aufweisen. Einige Örtlichkeiten, die der Überprüfung wert wären, sind mit Fragezeichen markiert.
Quellen: Archiv und Jahresberichte der Ornithologischen Gesellschaft Basel.
Literatur: Glutz von Blotzheim, U. N., Bauer, K. M. & Bezzel, E. 1973:
Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Bd. 5. Frankfurt a. M.// Südbeck,
P. et al. (Hg.) 2005: Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel
Deutschlands. Radolfzell.
last update 03/08/2006
Weidenmeise, Mönchsmeise - Mésange boréale - Parus montanus 2000-2006
Die Weidenmeise ist die Tieflandform der Mönchsmeise. Ihr Gesang und ihre Ökologie unterscheiden sich stark von der alpinen Form, der sogenannten "Alpenmeise". (Details zur Verbreitung der Gesangsformen siehe Thönen in Glutz von Blotzheim & Bauer 1993). Der breit "gequetschte" däh-däh-Ruf ist jedoch beiden Formen gemeinsam. Alle Weidenmeisen im Tiefland der Region "metrobasel" wie auch in den höheren Lagen des Juras singen den typischen Weidenmeisen-Gesang, ein relativ scharfes "ziü ziü ziü", auf dem Beginn des Elements "ziü" betont. Dieser Gesang kann jedoch in der Geschwindigkeit so stark variieren, dass die Unterscheidung von langsam singenden Nonnenmeisen (Sumpfmeisen, Parus palustris) und schnell singenden Weidenmeisen grosse Sorgfalt erfordert. Gerade im Sundgauer Hügelland und im Sundgauer Jura treten oft Sänger auf, deren Identifikation auch Kenner zum genauen Hinhören zwingt. Die Weidenmeise meisselt ihre Nester obligatorisch in morschem Holz selber aus, bevorzugt in sogenannten Weichhölzern, und zwar auch in ziemlich dünnen Stämmchen. Sie geht nicht in Nistkästen, wenn diese nicht eigens vorher mit einem Füllmaterial gefüllt worden sind, das die Mönchmeise wieder herauspicken kann. Den ursprünglichen Biotop der Tieflandform bildeten wohl die weichholzreichen Auenwälder. Diese sind seit langem durch Rodung und Gewässerkorrekturen so gut wie vollständig vernichtet worden. Entsprechend selten ist die Weidenmeise in den Flusstälern. Ausserhalb der Flussauen wie z.B. der Oberrheinebene besiedelt sie in der Region vor allem die Wälder des Sundgaus. Sie ist dort wahrscheinlich weit verbreitet, kommt aber nur in sehr geringer Dichte vor, jedenfalls in viel geringerer als die Nonnenmeise (Sumpfmeise). Dies zeigten die systematischen Beobachtungen von M. Blattner 2005 und 2006. Ausserhalb der Flussauen bewohnt die Weidenmeise in unserer Region nicht Altbestände, wie man vermuten könnte, sondern ist zur Brutzeit immer innerhalb oder in der Nähe forstlich vernachlässigter oder geschädigter Stangenhölzer anzutreffen. Die Biotopansprüche der Tieflandform Weidenmeise sind mit der üblichen Forstwirtschaft unvereinbar, auch mit dem sogenannt "naturnahen Waldbau" in der Schweiz. Der aktuelle regionale Verbreitungsschwerpunkt im Sundgau ist wahrscheinlich in der dortigen, stellenweise "nachlässigen" Waldbewirtschaftung begründet. Die Weidenmeise hat 1982 in Fichten-Stangenhölzern am Nordhang des Belchen BL gebrütet (J. Denkinger, briefl.). Dies blieb aber eine Ausnahme. Im gesamten Nordwestschweizer Jura ist die Art heute extrem selten und kommt höchstens noch in dessen westlichster Ecke vor. Im Sundgauer Jura (F) dagegen ist sie noch regelmässig anzutreffen. Weidenmeisen können auch am Rand oder innerhalb von Siedlungen brüten. Das war auch in unserer Region schon der Fall (Muttenz BL, siehe Blattner & Kestenholz 1999). Die Verbreitungskarte ist wahrscheinlich unvollständig, da die Identifikation der Weidenmeise vielen FeldornithologInnen Mühe bereitet und die Art gerade während der Jungenaufzucht sehr unauffällig lebt. Selbst in der von Ornithologen stark besuchten Petite Camargue Alsacienne, einem Gebiet mit geringem, aber regelmässigem Brutvorkommen, gelingen nur sporadisch Brutnachweise. Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1550 Quadratkilometer.
Offene Fragen: Brütet die Weidenmeise noch im Nordwestschweizer Hochjura? Wo verläuft die aktuelle Ostgrenze?
Quellen: Jahresberichte und Archiv der Ornithologischen Gesellschaft Basel. Archiv M. Blattner.
Literatur: Blattner, M. & Kestenholz, M. 1999: Die Brutvögel beider
Basel. Mitt. Naturforsch. Ges. beider Basel. Vol. 4. Glutz von
Blotzheim, U. N. & Bauer, K. M. 1993: Handbuch der Vögel
Mitteleuropas. Bd. 13/I. Wiesbaden.
last update 04/09/2006
Weissstorch - Cigogne blanche - Ciconia ciconia 2004-2005
Die Karte zeigt nur die Verteilung der Brutplätze. Angaben zur Bestandesentwicklung sind anderen Quellen zu entnehmen. Das kontrollierte Gebiet (blaues Polygon) umfasst rund 1400 Quadratkilometer. Das aktuelle Verbreitungsbild ist weitestgehend von künstlichen und oft recht zufällig lokalisierten Ansiedlungen (Storchen-Zuchtkolonien in Möhlin AG, Holzen LÖ) sowie vom Anbringen künstlicher Nisthilfen bestimmt. Eine wichtige Basis für die regionale Besiedlung stellen weiter die Tierparks dar mit ihren grossen Kolonien ursprünglich angesiedelter und heute freifliegender Störche (Zoo Basel, Tierpark Lange Erlen Basel, Vogelpark Steinen LÖ). Das regionale Verbreitungsbild ist heute also nicht vom Storch bestimmt, sondern fast vollständig vom Menschen "fremdbestimmt". Deshalb lässt sich daraus kaum etwas über allfällige regionale Besonderheiten des Weissstorchs ableiten.
Quellen: Archiv und Jahresberichte der Ornithologische Gesellschaft Basel. Ernst Fischler, "Storch Schweiz".
last update 27/08/2006
Wiesenpieper - Pipit farlouse - Anthus pratensis 2001 - 2006
Das begangene Gebiet (blaues Polygon) umfasst knapp 1600 Quadratkilometer. Der Wiesenpieper besiedelt in der Region den Hochschwarzwald (Ebenöth 2003), die Vogesen und in der Nordwestschweiz den Hochjura. In letzterem ist das besiedelte Areal seit den Erhebungen von Gunzinger (1983), Denkinger (1994) sowie Schmid & Denkinger (1997) deutlich geschrumpft (J. Denkinger, pers. Mitt.). Angesichts der Entwicklung im Hochjura drängt sich die Vermutung auf, dass auch der Wiesenpieper zu den nicht wenigen Kulturland-Bewohnern gehört, die mit den üblichen Praktiken der Landwirtschaft, auch der schweizerischen, unvereinbar sind. Die Landwirtschaftsfläche der Schweiz ist, nebenbei bemerkt, nach offizieller Darstellung (Bundesamt für Landwirtschaft 2002) zu 90% ökologisiert.
Der Wiesenpieper bewohnt in der Region Weiden im Bergebiet, zum Teil in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergpieper (Anthus spinoletta). Im Gegensatz zu diesem ist der Wiesenpieper aber kein genuiner Gebirgsvogel. Andernorts in Mitteleuropa bewohnt er Tieflagen. Mit dem Auftreten auch in tieferen Lagen der Region muss deshalb sporadisch gerechnet werden. Der Sänger im Baselbieter Tafeljura blieb allerdings bislang ein Einzelfall. Die Unterscheidung des Gesangs und vor allem der Rufe von Wiesen- und Bergpieper bereitet vielen OrnithologInnen Mühe. Deshalb kann die Art an einzelnen Ort übersehen worden sein.
Quellen: Archiv Ornithologische Gesellschaft Basel
Literatur:
Bundesamt für Landwirtschaft 2002: Agrarbericht 2002. Bern.
Denkinger, J. 1994: Verbreitung und Bestandsentwicklung des Wiesenpiepers Anthus pratensis und des Wasserpiepers Anthus spinoletta im Solothurner Jura, 1983-1990. Orn. Beob. 91: 163-172
Ebenöth, H. 2003: Zur Bestandsentwicklung von Berg- und Wiesenpieper (Anthus spinoletta und A. pratensis) am Feldberg im Schwarzwald. Naturschutz am südlichen Oberrhein 4: 11-19
Gunzinger, E. 1983: Wiesenpieper Anthus pratensis im Solothurner Jura. Orn. Beob. 80: 211-212
Schmid, H. & Denkinger, J. 1997: Aktuelle Verbreitung und Bestandssituation des Wiesenpiepers Anthus pratensis in der Schweiz. Orn. Beob. 94: 65-73
last update 04/09/2006
Zaunammer - Bruant zizi - Emberiza cirlus, 2000-2006
Den ausführlichen Kommentar zu dieser Art können Sie als PDF-File herunterladen.
Zwergtaucher - Grèbe castagneux - Tachybaptus ruficollis 1999-2006
Der Zwergtaucher scheint sich im begangenen Gebiet (rund 1780 Quadratkilometer) bislang auf die tieferen Lagen zu beschränken. Der Weiher von Lucelle JU ist mit 600 m.ü.M. vorerst der höchstgelegene bekannte Brutplatz. Der geeignet erscheinende Weiher von Seehof BE (750 m.ü.M.) wäre zu überprüfen.
Quellen: Archiv und Jahresberichte der Ornithologischen Gesellschaft Basel. Archiv M. Blattner.
last update 06/08/2006
Author: Dr. Martin Blattner
Cartography: Dr. Martin Blattner
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Date: 2009-11-30 09:06:43 CET
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