Ornithologische Gesellschaft Basel
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14. Juli 2010
Atypischer Gesang der Mönchsgrasmücke
Von Patrick Franke erhielten wir diese Nachricht:
… habe beim Beobachten im Park an der Freiburgerstrasse eine Mönchsgrasmücke entdeckt die einen mir bekannten atypischen Gesang hat. Es gibt eine AG die an diesem Phänomen arbeitet (http://www.ginster-verlag.de/Raetselsaenger.html) wie Sie vielleicht wissen. Möglicherweise ist es für Sie interessant. Ich hatte selber bereits zwei Vögel mit dieser Art von Gesang nachgewiesen - mir fiel er deswegen sofort ins Ohr. Sollte sich jemand aus Ihrer Gesellschaft dafür interessieren, kann ich gern versuchen den Vogel zu zeigen…
6. Juni 2008
Trinationalen Zusammenarbeit der BASNU
In der trinationalen Zusammenarbeit der BASNU (Basler Arbeitsgemeinschaft für Natur und Umwelt, einer Dachorganisation zu der die OGB gehört) mit Alsace Nature und dem BUND Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hatten wir in den letzten zwei Jahren das Thema "Schutz von Natur und Biodiversität im Nahbereich". ZumAbschluss des Projektes werden einige Aspekte davon, sowie das dazugehörige Weissbuch und die Wanderausstellung an einer Tagung präsentiert.
Man kann sich für die Veranstaltung anmelden. Es sind alle willkommen!
Die Wanderausstellung kann über die OGB ausgeliehen werden. Sie besteht aus 10 Tafeln von ca. 60 X 80 cm, aus plastifiziertem Papier, die recht leicht aufzuhängen sind. Sie kann auf folgendem Link angesehen werden: http://ftp.alsacenature.org/NaturschutzohneGrenzen/AusstellungNaturschutzOhneGrenzen.pdf
Das Weissbuch kann auch bei der OGB für 15.- Franken bestellt werden. Es kann auf folgendem Link angesehen werden: http://ftp.alsacenature.org/NaturschutzohneGrenzen/Weissbuch.pdf.
Jean-Pierre Biber
26. Februar 2008
Aufruf Saatkrähenmeldungen
Jean-Pierre Biber und Martin Leuzinger übernehmen dieses Jahr das lange Zeit von Hans Hartmann durchgeführte Monitoring der Saatkrähen-Kolonien in Basel und Umgebung, inkl. Riehen und Bettingen, benachbarte Kolonien im Baselbiet (Allschwil, Binningen, Bottmingen, Muttenz, Birsfelden) sowie in St Louis, Huningue und Hegenheim. Wir sind um jede Meldung dankbar. Bitte per E-mail an: jean-pierre.biber@natcons.ch. Vielen Dank im Voraus.
29. Januar 2008
Aufruf zur Mitarbeit am Atlas Deutscher Brutvogelarten ADEBAR
In Deutschland laufen gegenwärtig die Feldaufnahmen für einen neuen Verbreitungsatlas. Das Projekt ADEBAR (Atlas Deutscher Brutvogelarten) ist sehr ambitiös und eine gewaltige Aufgabe. In einigen Bundesländern sind die Aufnahmen bereits weit fortgeschritten, in Baden-Württemberg hingegen klaffen noch grosse Lücken. Namentlich in den unmittelbar nördlich an Basel angrenzenden Gebieten und im Hochschwarzwald herrscht ein Notstand. Deshalb hoffen unsere deutschen Kollegen nun auf tatkräftige Unterstützung bei den Feldaufnahmen 2008 durch Ornithologinnen und Ornithologen aus der Schweiz. Gefragt ist die Kartierung von "Mittelhäufigen Brutvogelarten". Eine gute Gelegenheit, landschaftlich attraktive Gebiete im Nachbarland kennen zu lernen. Die Ornithologische Gesellschaft Basel ermuntert ihre Mitglieder zum Mitmachen. Wenn Sie Interesse haben, lesen Sie die nachfolgenden Informationen.
Im Jahr 2005 begannen die Kartierarbeiten für den Atlas Deutscher Brutvogelarten (ADEBAR), die im kommenden Jahr abgeschlossen werden.
Die Kartierung gliedert sich in drei Teilsaspekte:
- Erfassung "häufiger Arten" auf repräsentativen Zufallsprobeflächen mit einer Grösse von 100 ha
- Erfassung „Mittelhäufiger Arten“
- Erfassung seltener Arten und Koloniebrüter
Die Organisation und Durchführung der Kartierung wird auf Länderebene koordiniert.
Die Kartierung der sogenannten „mittelhäufigen Arten“ erfolgt auf Ebene der TK-25-Kartenblätter (Topographische Karte 1:25'000 à 126km2) und stellt die wichtigste Datengrundlage für den Brutvogelatlas dar. In Baden-Württemberg sind insgesamt 285 Kartenblätter zu bearbeiten, von denen ein Jahr vor Abschluss der Kartierung erst 162 zur Bearbeitung vergeben sind. Auf der Homepage der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württembergs (www.ogbw.de) können Sie unter der Rubrik Erfassungsprogramme/Adebar eine Karte mit dem aktuellen Bearbeitungsstand aufrufen.
Grosse Kartierungslücken bestehen unter anderem entlang der gesamten deutsch-schweizerischen Grenze am Hochrhein, im Alb-Wutach-Gebiet, rund um den Randen sowie im Hegau. Für diese Regionen werden für das abschliessende Kartierjahr noch dringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Ich möchte darauf hinweisen, dass die Bearbeitung eines Kartenblatts auch im Team erfolgen kann!
Die Kartieranleitung findet sich im sogenannten "Pilotatlas“ und kann als PDF-Datei auf der Homepage des DDA (www.DDA-web.de) unter der Rubrik ADEBAR/ Publikationen heruntergeladen werden. Dort finden sich auch die beiden bislang veröffentlichten Zwischenberichte, die weitere methodische Hinweise enthalten, zum Download.
Die Planung der Kartierung (Anzahl und Auswahl der Begehungsrouten, Begehungstermine etc.) bleibt dem Bearbeiter/Team überlassen. Zunächst ist es wichtig, sich einen Überblick über die zu kartierende Fläche und die Verteilung der vorhandenen Lebensraumtypen zu verschaffen. Hierzu wird eine Statistik mit den Flächenanteilen der Hauptlebensräume (Siedlungsflächen Wald/Offenland, Feldflur) zur Verfügung gestellt. Entsprechend der zu erfassenden Arten/Artengruppen (zu den mittelhäufigen Arten gehören beispielsweise alle Eulen und Greifvögel, fast alle Wasservögel, verschiedene Siedlungsarten wie z.B. Türkentaube, Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalbe sowie zahlreiche Offenland- und Waldarten) ist für ein gesamtes Kartenblatt mit einem Aufwand von mindestens 20 bis 25 Begehungen zu rechnen. Als Richtwert für den Zeitaufwand hat der DDA 80 Geländestunden vorgegeben. Da die Grenzkartenblätter entlang des Hochrheins aber nur zwischen 20% und 50% zu kartierender Fläche ausmachen, ist hier mit einem entsprechend geringeren Aufwand zu rechnen.
Hinzu kommt der Aufwand für die Auswertung, d.h. die begangenen Routen müssen auf einer Karte eingetragen und numeriert werden. Die Begehungen werden mit Datum, Uhrzeit und Dauer auf einem Meldebogen eingetragen. Auf dem Meldebogen werden alle festgestellten Brutvogelarten angekreuzt. Für die mittelhäufigen Arten wird zudem die Anzahl der ermittelten Reviere eingetragen und zum Schluss für jede mittelhäufige Art eine Schätzung des Bestands für das gesamte Kartenblatt (bei Grenzkartenblätter für den deutschen Flächenanteil) in vorgegebenen Grössenklassen vorgenommen.
Sofern sich für die Bearbeitung InteressentInnen finden, besteht die Möglichkeit einer ausführlichen Einführung zur Planung und Durchführung der Kartierung sowie für die Auswertung der Ergebnisse.
Für folgende, grenznahe Kartenblätter wird noch ein(e) BearbeiterIn bzw. ein Team gesucht:
- TK 8311
- Lörrach (Flächenanteil 70%)
- TK 8312
- Schopfheim
- TK 8313
- Wehr
- TK 8314
- Göhrwil
- TK 8315
- Waldshut-Tiengen
- TK 8317
- Jestetten (Flächenanteil 40%)
- TK 8318
- Gailingen (Flächenanteil 10%)
- TK 8319
- Öhningen (Flächenanteil 30%)
- TK 8411
- Weil am Rhein (Flächenanteil 20%)
- TK 8412
- Rheinfelden (Flächenanteil 50%)
- TK 8413
- Säckingen (Flächenanteil 40%)
- TK 8414
- Laufenburg (Flächenanteil 30%)
- TK 8415
- Küssaberg-Dangstetten (Flächenanteil > 10%)
- TK 8416
- Hohentengen am Hochrhein (Flächenanteil 20%)
Ausserdem suchen wir noch BearbeiterInnen für den Hochschwarzwald, das Alb-Wutach-Gebiet sowie für den Hegau.
Über eine Mitarbeit an der ADEBAR-Kartierung würden wir uns sehr freuen!
Kontaktadresse Landeskoordinator: Mathias Kramer, Lilli-Zapf-Strasse 34, 72072 Tübingen, Telefon: 07071 368412, E-Mail: Kramer.Mathias@t-online.de
20. März 2007:
Lohnende faunistische Exkursionsziele
Hier möchte ich Ihnen ein paar offene regionalfaunistische Fragen vorstellen, verbunden mit den dazugehörigen Exkursionszielen, die auf jeden Fall Spannendes bieten.
Waldarten
Auf 25 Exkursionen im Winter 06/07 habe ich am Graitery, am Grenchenberg und am Montoz und auch weiter östlich im Weissensteingebiet nie Weidenmeisen/ Mönchsmeisen festgestellt, ebensowenig auf meinen Exkursionen der letzten Jahre im Baselbieter und Solothurner Hochjura. Kommt die Art in den höheren Lagen des Nordwestschweizer Juras überhaupt noch vor? Im Sundgauer Jura (68) ist sie nach wie vor vorhanden. Als lohnendes Exkursionsziel können Sie jeden schönen Aussichtsberg ansteuern.
Es gibt Hinweise darauf, dass der Zitronenzeisig/ Zitronengirlitz und die Ringdrossel gegenüber dem im letzten Verbreitungsatlas von Schmid et al. (1998) angegebenen Zustand weiter nach Westen zurückgewichen sind. Wo liegt die Ostgrenze ihrer aktuellen Verbreitung? Zur Klärung dieser Frage können Sie jeden schönen Berg westlich des Weissensteins besteigen. Schliesslich ist noch der Tannenhäher zu nennen. Auch von dieser Art weiss niemand so genau, wie weit sie im Jura zur Brutzeit noch nach Osten geht.
Kulturlandarten
Wie weit geht der Baumpieper im Jura noch nach Osten? Seit langem hat da niemand mehr nachgeschaut.. Vergangenes Jahr wurde die Art noch auf der Höhe von Ifenthal SO beobachtet. Aber auch zwischen Schafmatt und Salhöhe könnten Spaziergänge Klärung bringen.
Wie weit geht der Bergpieper im Jura noch nach Osten? Bei dieser Art ist unklar, ob sie wirklich nach Westen zurückgewichen ist oder nicht. Als Exkursionsziele empfehlen sich hier die Höhenzüge von Balsthal an westwärts, vor allem die südlichen Ketten.
Und nun noch zwei Fragen, die den Südschwarzwald betreffen. Gibt es hier noch brütende Braunkehlchen? Zu überprüfen wären Talwiesen in Bernau, in Menzenschwand und in Todtnau-Fahl, alle leicht begehbar und eben. Und schliesslich für sonnenhungrige Avifaunisten: Wo im Südschwarzwald gibt es noch Zippammern? Von den bekannten ehemaligen Vorkommen sind aktuell am erfolgversprechendsten der Belchen-Südhang, der Südhang "Halden-Höchst" bei Todtnau-Brandenberg und das Weidegebiet "Buck" östlich von Präg. Sie alle sind landschaftlich und botanisch sehr reizvoll.
Martin Blattner, Binningen
26. Juni 2006:
Alpenvögel am Simplon, 16.-18. und 23.-26. Juni 2006
Die erste Gruppe (8 TeilnehmerInnen) war in Simplon Dorf untergebracht, die zweite Gruppe (6 TeilnehmerInnen) wurde wegen eines Schützenfests in Simplon Dorf auf den Simplonpass ins Hospiz verlegt.
Das erste Hauptthema der Exkursion waren die Vogelarten im Bereich der Waldgrenze und darüber sowie ihr Auftreten in den einzelnen Lebensräumen und Biotoptypen. Die subalpine Vegetationsstufe liegt unterhalb der natürlichen Waldgrenze. Sie bestand ursprünglich hauptsächlich aus Wald, Hochmoor, Fels und Gewässern. Anthropogen (vom Menschen gemacht, verursacht) finden sich darin im Gebiet Mähwiesen, Weiden mit Lärchen, sekundäre Zwergstrauchflächen und Gebäude. Die alpine Vegetationsstufe folgt oberhalb der natürlichen Waldgrenze. Sie enthält den natürlichen Zwergstrauchgürtel, alpine Naturrasen, Fels, Geröll, Einzelbäume, Gewässer und, anthropogen, Alpweiden und Gebäude.
Insgesamt 54 Arten konnten von den TeilnehmerInnen gehört oder gesehen werden, teilweise nur an einem der beiden verlängerten Wochenenden:
Aaskrähe (beide Unterarten, Rabenkrähe und Nebelkrähe, letztere als Mischling), Alpenbraunelle, Alpendohle, Alpenmeise (= Mönchsmeise), Alpenschneehuhn, Bachstelze, Baumfalke, Baumpieper, Berglaubsänger, Bergpieper (früherer Name Wasserpieper), Bergstelze, (Alpen-) Birkenzeisig, (Birkhuhn, nicht mitgezählt, da nur alte Winterlosung), Braunkehlchen (sehr hohe Dichte), Buchfink, Buntspecht, Eichelhäher, Feldlerche, Fichtenkreuzschnabel, Fitis, Gartengrasmücke, Gartenrotschwanz, Girlitz, Goldammer, (Blut-) Hänfling, Haubenmeise, Hausrotschwanz, Haussperling, Heckenbraunelle, Italiensperling, Klappergrasmücke, Kohlmeise, Kolkrabe, Kuckuck, Mäusebussard, Mauersegler, Misteldrossel, Neuntöter, Ringdrossel, Rotkehlchen, Rotmilan, Schwarzmilan, Singdrossel, Sperber, Steinadler, Steinhuhn, Steinrötel, Steinschmätzer, Tannenhäher, Turmfalke, Wacholderdrossel, Waldbaumläufer, Zaunkönig, Zilpzalp, Zippammer.
Nur in tieferen Lagen wurden beobachtet (Simplon Dorf und Umgebung): Italiensperling, Haussperling, Kohlmeise, Gartenrotschwanz, Goldammer.
Nur in der alpinen Höhenstufe wurden festgestellt: Alpenschneehuhn, Steinhuhn.
Vom Exkursionsleiter wurden, jeweils am Vortag, zusätzlich gesehen: Türkentaube (aussergewöhnlich auf dieser Höhe, umherstreifend) und Grünspecht. Nicht gefunden wurden die erwarteten Arten Zitronenzeisig (Zitronengirlitz), Erlenzeisig und Wachtel.
Fitis, Baumfalke, Schwarzmilan und Rotmilan sind in diesem Lebensraum Ausnahmeerscheinungen.
Das zweite Hauptthema waren die unterschiedlichen Feindvermeidungstaktiken der Vögel im Wald und in der alpinen Vegetationsstufe. Die Bewohner der offenen alpinen Stufe müssen ständig und auf grosse Distanz nach den vorhandenen Luftfeinden (Steinadler, Turmfalke, Sperber) Ausschau halten. Das erfordert eine andere ornithologische Beobachtungstechnik als im Wald. Die TeilnehmerInnen lernten, wie wichtig es oberhalb der Waldgrenze ist, nicht aufrecht wie ein Leuchtturm in der Landschaft zu stehen, sondern dass ruhiges Ansitzen in Deckung oft – aber eben leider nicht immer – mehr bringt. Und dass man beim Gehen die Deckung von Tälchen für Überraschungseffekte nützen kann. Der Exkursionsleiter legte Wert auf Kleidung in dem Gelände angepassten Farben; das war für einige ungewohnt.
Das dritte Hauptthema der Exkursion war die Landschaftsentwicklung in den Alpen. Im Gebiet des Simplonpasses sind in der Subalpinstufe, die vor Einsetzen der menschlichen Rodungen bewaldet war, heute ungefähr Dreiviertel der bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen bereits aufgegeben. Das ist ein für schweizerische Alpenverhältnisse sehr hoher Wert. Auf diesen aufgegebenen Flächen sind verschiedene Stadien der Wiederbewaldung zu beobachten: Zuerst einzelne Zwergstrauch-Horste, die sich dann flächenhaft zusammenschliessen, später Anflug einzelner Lärchen (auf dieser Höhe Pionierbaumart), die sich mit der Zeit verdichten, dann Einwanderung einzelner Fichten in die Unterschicht. (Junge Fichten gedeihen auch im Schatten.) Das Endstadium in 100 oder 200 Jahren wird ein Lärchen-Fichten-Wald sein, wie wir ihn nördlich der Passhöhe vom Stockalperweg aus am Steilhang in vom Menschen ziemlich ungestörter Ausprägung gesehen haben.
Die gut geschmierte Propagandamaschinerie der Landwirtschaftslobby, die Interessenvertreter der Bergkantone und in ihrem Schlepptau nationale Landschaftsschutz-, Naturschutz- und Vogelschutzorganisationen, aber auch einzelne Vertreter der wissenschaftlichen Naturschutzbiologie, hämmern uns regelmässig ein, diese Wiederbewaldung - in ihrem Jargon, "Ver"-gandung, "Ver"-buschung, "Ver"-waldung – sei eine Katastrophe. Erstens für das Landschaftsbild, zweitens für die Biodiversität und drittens für den Tourismus. In diesem Zusammenhang von finanziellen Interessen, Verblendung und der spezifisch im deutschsprachigen Kulturraum tiefsitzenden Angst vor natürlicher Dynamik in Ökosystemen gilt es, sich zu erinnern, dass auch nach den neuesten Zahlen das Einkommen der Schweizer Landwirte zu 68% aus Steuergeldern besteht, und dass der Staatshaushalt etwa des Kantons Wallis jährlich zu über 50% aus Transferzahlungen anderer Kantone gespiesen wird. (Mit dieser hohen Abhängigkeit von anderen Kantonen steht das Wallis unter den Bergkantonen übrigens keineswegs allein da.) Vor allem aber muss man sich bewusst machen, dass durchaus nicht ein dunkles Meer von Wald entstehen würde, liesse man der natürlichen Dynamik in den Ökosystemen nur ihren Lauf. Waldbrände, Windwürfe, Lawinen, Murgänge, Steinschlag, Hochwasser, Insektenschäden und Pflanzenkrankheiten würden im Zusammenspiel mit den grossen und kleinen Pflanzenfressern dafür sorgen, dass der Wald teilweise offen bleibt.
Ist die Aufgabe landwirtschaftlicher Nutzung, sogar in derart ungewöhnlich grossem Ausmass wie auf dem Simplon, tatsächlich eine Katastrophe für die Biodiversität in den Alpen und für das Landschaftsbild? Die Exkursionsteilnehmerinnen und –teilnehmer fanden dazu reichlich Anschauungsmaterial und konnten sich eine eigene Meinung bilden.
Der Exkursionsleiter: Martin Blattner, Binningen
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Date: 2010-07-14 13:52:46 CEST
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